Römische Götterbilder der mittleren und späten Kaiserzeit
Hrsg. von Dietrich Boschung und Alfred Schäfer. 14 Beiträge (darunter einer in englischer Sprache) untersuchen, wie Götterbilder der mittleren und der späteren Kaiserzeit gewandelte religiöse Vorstellungen visualisieren und ihnen eine sinnlich erfahrbare Präsenz verleihen. Sie zeigen, wie sich damit ältere Auffassungen vom Wesen der Götter stabilisieren, gleichzeitig aber auch neue religiöse Auffassungen manifest und verstetigt werden. Die Götterbilder der fortgeschrittenen römischen Kaiserzeit folgen einer traditionellen Bildsprache, die durch die vorbildhaften Statuen der griechischen Klassik geprägt ist. Gleichzeitig unterscheiden sie sich signifikant von früheren Epochen: Vorbilder werden variiert, Elemente verschiedener Bildwerke miteinander kombiniert und eigene Bild- und Erzählzusammenhänge neu geschaffen. Die Götterstatuen des 2. bis 4. Jahrhunderts n. Chr. erhalten immer mehr Attribute und dekorative Details; Statuenstützen und Plinthen werden mit beigeordneten Figuren bereichert; statuarische Gruppen setzen Handlungsabläufe in Szene. Der erste thematische Schwerpunkt widmet sich dem Vorbild hochklassischer Götterstatuen. Der zweite Schwerpunkt bündelt literarische und sprachliche Zeugnisse, die Aussagen zu Eigenheit und Innovationskraft von Götterbildern in der mittleren und späten Kaiserzeit erlauben. Im Vordergrund stehen gedankliche Dekonstruktionen alter und ehrwürdiger Denkmäler einerseits und Neukonstruktionen komplexer handlungsorientierter Bilder andererseits. In der dritten Sektion werden neue Formen der Götterbilder im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. aus archäologischer Perspektive untersucht. In der vierten Sektion werden Aufstellungs- und Funktionszusammenhänge von Götterbildern der mittleren und späten Kaiserzeit erschlossen. Mit Beiträgen von Alfred Schäfer, Thomas Fischer, Dagmar Grassinger, Friederike Naumann-Sreckner, Stavros Vlizos, Ulrike Egelhaaf-Gaiser, Wolfgang Spickermann, José Luis García Ramon, Jan Bremmer, Kathrin Schade, Marion Euskirchen, Gabrielle Kremer, Andreas Scholl, Martin Maischberger und Ortwin Dally. 374 Seiten mit 115 Abb. und 8 Tabellen, broschiert (Morphomata; Band 22/Wilhelm Fink Verlag 2015) leichte Lagerspuren